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Hallo Leute,

im Beitrag „Krankheitsübersicht“ sind einige Begriffe enthalten die auf alternative Behandlungsmethoden bei Fischkrankheiten eingehen. Durch diese wurde ich angeregt mich mal etwas intensiver mit der Problematik zu beschäftigen. Dabei fiel mir auf das es doch einige mehr gibt und deshalb möchte ich diese hier nun zusammenfassen.

Bei dieser Übersicht gehe ich nur auf Behandlungsmöglichkeiten ein. Nicht auf Mittelchen aus der Natur die es ermöglichen unsere Wasserwerte in irgendeiner Form zu beeinflussen.

Krankheiten bei unseren Zierfischen sind immer ein akutes Problem. Die meisten Erreger sind latent im Wasser enthalten und besiedeln auch die Fischschleimhaut. Bei mangelnder Hygiene, Verschlechterung der Halterungsbedingungen (z.B. durch Falschbesatz), Neubesatz, übermäßigem handtierien im Aquarium und Einsetzen bzw. Umsetzen von Pflanzen, kann der Fisch Stress erleiden. In diesem Fall wird das Immunsystem des Fisches geschwächt und die Krankheitserreger haben freie Bahn. Dabei muß nicht immer gleich ein Medikament heran gezogen werden. Oft helfen uns die einfachsten Mittel aus dem Haushalt. Aber Achtung --> ist die Krankheit schon fortgeschritten so können diese hier angesprochenen Behandlungsmethoden zwar unterstützen jedoch nicht mehr heilen.

Übersicht über alternative Behandlungsmöglichkeiten:

Birkenlaub:

Eichenlaub:

Erlenzäpfchen:

Erlenzäpfchen werden nicht nur zum weich machen des Wassers verwendet. Sie haben auch eine bakterizide und Fungizide Wirkung. Dabei kann man mit Erlenzäpfchen beginnende Verpilzung und bakterieller Befall im Anfangsstadium erfolgreich behandelt werden. Durch die Gerb und Huminstoffe die ausgelöst werden kann dies erreicht werden. Erlenzäpfchen werden deshalb auch zur Vorbeugung gegen Laichverpilzung angewandt. Als Dosierungsrichtlinie werden öfters 6-10 Zäpfchen je Liter angegeben. Dadurch das man für große Aquarien eine enorme Menge benötigt bleibt zu prüfen ob hier evt. ein selbst hergestellter Aufguss denselben Erfolg bringt.

Knoblauch:

Nicht nur beim Mensch sondern auch bei Fischen kann Knoblauch manchmal kleine Wunder bewirken. Es ist ein rein pflanzliches Produkt und hat somit kaum Nebenwirkungen auf unsere Pfleglinge. Es kann vorbeugend oder zur direkten Behandlung verabreicht werden.

Was bewirkt Knoblauch?

Knoblauch wirkt fungizierend. Das bedeutet das Bakterien und Parasiten auf natürliche Weise bekämpft werden. Selbst bei der Behandlung von Weißpünkchenkrankheit und Darmparasiten wurden Erfolge verkündet.

Wann kommt Knoblauch zum Einsatz?

Wie oben schon beschrieben kann man Knoblauch vorbeugend verwenden oder um gezielt Erreger zu bekämpfen. Dabei verwende ich selber Knoblauch sobald sich ein Fisch anders als in der Natur verhält. Selbst nach dem Einsetzen von neuen Pfleglingen wird Knoblauch bei der ersten Futtergabe mit angewendet.

Wie wirkt Knoblauch?

Knoblauch wird vorrangig dem Futter als Saft beigemischt. Dieses wird vom Fisch aufgenommen und somit werden von innen heraus die Bakterien und Parasiten bekämpft.
Knoblauchsaft löst sich natürlich auch im Wasser. Auch hier wird es aufgenommen. Durch den osmotischen Druckausgleich, jedoch in deutlich geringeren Konzentrationen. Was eine deutlich geringe Erfolgsaussicht bringt.

Wie wird Knoblauch dosiert?

Im Handel gibt es mit der Zeit eine Vielzahl von Knoblauch versetzten Futtermitteln. Hier ist die Dosis bereits auf die jeweilige Futtermenge abgestimmt.
Bei der Verwendung von Flüssigextrakten werden ca. 2-5 Tropfen auf die jeweilige Futtermenge dosiert. Dies lässt man ca. 3-4 Minuten einziehen ehe es verfüttert wird.
Bei der Selbstherstellung werden frische Knoblauchzehen (1-2 Einzelzehen) mehrfach durch eine Knoblauchpresse gedrückt und der anfallende Saft über die jeweilige Futtermenge gegeben. Nach ca. 3-4 Minuten Einwirkzeit wird dieses dann verfüttert.

Hinweis:

Im Handel erhältliches Futter ist einfacher zu handhaben und belastet das Raumklima nicht so stark. Außerdem sollte man nur ca. 2-3 mal die Woche mit Knoblauch versetztes Futter geben, da bei übermäßiger Lösung im Wasser dasselbige anfangen kann zu riechen.

Nelkenöl:

Nelkenöl wird nicht zur Behandlung benötig, sondern um die Fische zu betäuben. Es handelt sich bei Nelkenöl um ein Anästhetikum. Man kann es auch für den leider oft als unumgänglich letzten Schritt, der Tötung eines Fisches einsetzen.
Leider bin ich während meiner Recherchen auf keine brauchbare Dosierungsanleitung gestoßen. Bei Brassen sollen 44,5 microgramm/Liter auf 220g Fisch bei ca. 8 min. eine betäubende Wirkung gehabt haben. Hier könnte man evt. auf unsere Pfleglinge herunter rechnen. 90 Sekunden brauchten die betroffenen Fische zum aufwachen, nachdem sie in sauberes Wasser gesetzt wurden.

Salzbehandlung :

seht hier im gesonderten Beitrag

Seemandelbaumblätter:

Derzeit sind diese Blätter in aller Munde. Dabei kommen die Bäume vorrangig in den Tropen und Suptropen vor. Das Laub wird seit einiger Zeit als so genanntes Wundermittel in der Aquaristik angepriesen.

Dies kann ich jedoch nicht bestätigen.

Seemandelbaumblätter kann man jedoch vorbeugend verwenden. Hier werden durch das zersetzen der Blätter im Wasser Huminsäuren frei die förderlich auf unsere Pfleglinge wirken. Dabei wird den Seemandelbaumblättern eine bakterizide und fungizide Wirkung nachgesagt.
Diese wirkt im Anfangsstadium gegen Flossenfäule, gegen Laichverpilzung und es sollen schon erfolgreich die Weisspüncktchenkrankheit (im Anfangsstadium) behandelt worden sein.

Hier gehe ich jedoch davon aus, das die betroffenen Tiere hauptsächlich durch die Verbesserung der Umweltbedingungen im Aquarium eine Stärkung des Immunsystems erfahren haben und somit die Weisspüncktchenkrankheit selbst erfolgreich abwehren konnten.

Die eben erwähnte Verbesserung der Umweltbedingungen konnte dadurch geschehen, dass die Seemandelbaumblätter die Wasserwerte positiv beeinflussen. Hier wird den Blättern eine leichte Senkung des PH-Wertes zu erzielen (bedingt durch die weich machenden Huminsäuren), jedoch wird der Leiwert und folglich die Gesamthärte leicht angehoben.

Wie wird nun dosiert?

Die Angaben sind hier doch fast gleich. Sodass wir davon ausgehen, bei ganzen Blättern, ca. 1-3 Seemandelbaumblätter auf 100 Liter dem Aquarium zuzufügen. Diese Blätter schwimmen zunächst, gehen aber nach dem voll saugen, vollständig unter.

Meine Blätter verbleiben nun bis zur vollständigen Zersetzung im Aquarium. Dies kann je nach Besatz des Aquariums etwa 1-2 Wochen dauern. Hier wird über den gesamten Zeitraum die bakterizide und fungizide Wirkung aufrechterhalten. Natürlich können Garnelen, "Saugwelse" und Schnecken die Zeitigungsdauer im Aquarium verkürzen, da sie sich von den Blättern nähren.

Temperaturbehandlung:

Lest hier bitte bei Wärmebehandlung

Walnusslaub:

Wärmebehandlung :

seht hier im gesonderten Beitrag

Zimt:

Wie alle pflanzlichen Zusätze im Aquarium hat auch Zimt eine bakterizide und fungizide Wirkung auf unsere Pfleglinge.

Verwendet wird nur "sauberer" Zimt in Stangenform. Hier sollte man beim Erwerb darauf achten, das kein baktizide Pflanzenschutzmittel im Zimt als Rückstand vorhanden sein könnte. Ich selber kaufe meinen Zimt vorrangig im Reformhaus.

Wann wende ich nun Zimt wie an?

Bei mir kommt Zimt zum Einsatz, sobald ich mögliche Schleimhautreizungen oder Flossenfäule bei meinen Pfleglingen feststelle. Dabei lege ich ca. 2-3 Stangen Zimt auf 100 Liter Aquarienwasser. Dies bleibt dann ca. 3-5 Tage im Aquarium und wird dann wieder entfernt.

In schweren Fällen werden ca. 1-2 Zimtstangen für ca. 1 Stunde in einen Liter kochendem Wasser gelegt und der so gewonnene Aufguss kommt in einem gesonderten Aquarium zum Einsatz. Dabei wird das betroffene Tier in das Aquarium eingesetzt und dass Aufguss mit in den Filterkreislauf eingebracht. Das Tier verbleibt hier nun ca. 10-15 Minuten.
Anschließend wird es in ein Quarantäneaquarium, zur weiteren Beobachtung, überführt.

Wichtig ist hier während der gesamten Prozedur das Tier besonders zu beobachten. Sobald wir ein Unwohlsein, Schaukeln oder gar auf die Seite drehen beobachten, muss das Tier sofort in das Quarantäneaquarium überführt werden.

Zum Abschluss:

Um diese Behandlung erfolgreich abzuschließen, müssen wir natürlich die Ursachen ergründen, warum unser Pflegling erkrankte. Hier liegt ein besonderes Augenmerk auf die Sauberkeit (regelmäßige Wasserwechsel) im Aquarium. Aber auch die optimal eingestellten Wasserwerte für unsere gepflegten Fische beugen natürlich eine Erkrankung vor. Weiterhin sollten wir bei der Vergesellschaftung unserer Fische immer ein besonderes Augenmerk auf die Art übergreifende Verträglichkeit legen, um evt. Beisserein, Unterdrückung und somit einer Schwächung einzelner Tiere entgegen zu wirken.

Allgemeiner Zusatz:

Da ich keine medizinische Ausbildung habe und diese Ausführung auf Angaben in der Fachliteratur, Gesprächen mit erfahrenen Aquarianern und meinen eigenen Erfahrungen zusammengestellt wurden, übernehme ich keine Haftung für Schäden die durch Nachahmen der hier aufgeführten Tipps entstehen.

Dieser Beitrag ist ebenfalls in www.cichlidenwelt.de nachzulesen.
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