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Darmerkrankungen bei Zierfischen

Hallo Aquarianer,

neben einigen anderen Fischkrankheiten sind Darmerkrankungen bei unseren Pfleglingen eine sehr häufig auftretende Erscheinung. In den meisten Fällen handelt es sich um Darmflagellaten. Diese werden durch Erreger des Gattung Hexamita hervorgerufen. Dabei handelt es sich um Geißeltierchen. Diese sind in den meisten Fischen bereits angesiedelt, jedoch stört es die Fische nicht. Die Gattung Hexamita unterteilt sich in vier Unterarten. Diese können nur unter dem Mikroskop ermittelt werden. Die Erreger unterscheiden sich wie folgt:

- Hexamita: Tropfenform mit 6 Kopf- und 2 Fußgeißeln (7-10 Mikrometer).
- Spironucleus: Tropfenform mit 6 Kopf- und 2 Fußgeißeln (10-14 Mikrometer). Schlanker wie Hexamita
- Trichomonas: lange Form mit 1 Kopfgeißel. Die zweite Kopfgeißel liegt eng am Körper an und führt zum Fußende. Sie wird durch eine Zellmembran gehalten und bildet die Fußgeißel aus (10-15 Mikrometer).
- Bodomonas: rundliche Form mit 3 Kopfgeißeln und einer am Kopf beginnender in Wellenlinie am Körper entlang führender Fußgeißel (10-16 Mirkometer).

Die Geißeltiere sind zum Teil bereits im Darm der Fische angesiedelt und profitieren dort von der aufgenommenen Nahrung der Fische. Die Fische können mit diesen Erregern leben und sie im Allgemeinen gut in ihrer auftretenden Anzahl im Darm regulieren.

Ursachen des Krankheitsausbruchs:

Wie kommt es nun zum Ausbruch der Krankheit? Hier sind wieder die üblichen Veränderungen im Becken als mögliche Ursache anzunehmen. Dabei kann entwickelter Stress und Verschlechterung der Halterungsbedingungen als Ursache eingeschätzt werden. Stress kann durch Neubesatz, Umsetzen, Neube- und Umpflanzung, hantieren im Becken usw. entstehen. Verschlechterung der Haltungsbedingungen können Veränderungen der Wasserwerte, der Wassertemperatur sein. Ebenfalls können Veränderungen in der Rangfolge im Becken zu Stress bei einzelnen Tieren führen. Als weiterer wichtiger Auslöser dieser Krankheit wird einseitige und nährstoffarme Ernährung mit als Hauptursache angenommen.

Was passiert beim Ausbruch der Krankheit (Symptome):

Kommt es durch Schwächung des Immunsystems zum Ausbruch der Krankheit, so können sich die Geißeltierchen ungehindert Vermehren. Es kommt zu einem so genannten Massenbefall. Bei fortschreiten der Krankheit kommt es zur Schädigung der Darmwand. Nun können sich die Erreger im Körper ausbreiten und befallen die Leber, das Herz nd die Blutgefäße. Im folgenden wirkt sich das wiederum auf das Verhalten des Fisches aus. Er zieht sich zurück. Teilweise färbt sich der befallene Fisch dunkel ein und verweigert die Nahrungsaufnahme. Der Darm sondert nun vermehrt Schleim und Darmzellen ab. Dies ist dann der sichtbare weiße schleimige Kotabgang. Ein deutliches äußeres Anzeichen dieser Erkrankung.

Was ist jetzt zu tun:

Nach erkennen der Krankheit sollte sofort mit einer Behandlung begonnen werden. Dazu ist der befallene Fisch und alle anderen Fisch (wenn auch optisch gesund) derselben Art in ein Quarantänebecken umzusiedeln. Diese Vorsichtsmaßnahme ist notwendig um evt. vorbelastete Fische gleich mitzubehandeln. Andere Arten können hingegen gegen gerade diesen aufgetretenen Erreger resistent sein.

Die Behandlung:

Zur Behandlung können zwei Möglichkeiten gewählt werden. Einmal kann die Wärmebehandlung erfolgen. Diese kann jedoch bei empfindlichen Tieren (z.B. Welse und Ancistren) nicht angewandt werden. Hierzu sollte bei Bedarf das Internet und die Literatur zu rate gezogen werden.

Die Behandlung hat folgenden Grundsatz. Es wird bei den Fischen ein künstliches Fieber simuliert. Dabei sollte im Halterungsbecken die Temperatur langsam (1C je Stunde) auf mindestens 35C erhöht werden. Die 37C sollten nicht überschritten werden. Diese Temperatur schwächt die Erreger. Die Entwicklung der Flagellaten wird eingeschränkt und sie sterben ab. In der Folge werden die Erreger ausgeschieden. Als wichtig er Zusatz ist noch zu erwähnen das die Temperatur über mind. 5 Tage hochgehalten werden sollte. Dabei ist darauf zu achten das die Temperatur die 35C über den gesamten Zeitraum nicht unterschritten wird. Wenn die Fische wieder anfangen zu fressen sollte die Temperatur weitere 2 Tage erhöht bleiben bis sie dann wieder langsam gesenkt wird.
Hinweis: Zur genauen Einhaltung der erforderlichen Temperatur während der Anwendung sollte man sich nicht auf herkömmliche Aquarienthermometer verlassen. Diese sind teilweise etwas ungenau. Als Alternative kann hier auf ein im Handel erhältliches Fieberthermometer aus Glas zurückgegriffen werden

Die zweite Behandlungsmethode ist die medikamentöse Behandlung. Hier kann auf im Zierfischhandel erhältliche Medikamente zurückgegriffen werden. Diese Medikamente sollten den Stoff Metronidazol enthalten und strikt nach Dosierungsanleitung anzuwenden. Leider sind die Erreger teilweise schon im gewissen Sinne resistent gegen diese Mittel, so das man das Metronidazol in konzentrierter Form anwenden sollte.

Hierzu wird eine Stammlösung angesetzt. Dazu wird 1g Metronidazol auf einen Liter Wasser aufgelöst. Man lässt diese Lösung nun nach wiederholtem Schütteln ca. 2Tage stehen. Die angesetzte Stammlösung ist ausreichend für ca. 250 Liter Aquarienwasser. Das Medikament kommt nun als Dauerbad zum Einsatz. Zuvor sollte man aber auch hier die Wassertemperatur um ca. 3C langsam erhöhen. Nun ist rechnen angesagt und die Dosierung für das jeweilige Quarantänebecken zu ermitteln. Wenn das erfolgt ist sollte das Medikament auf der Wasseroberfläche gleichmäßig verteilt eingebracht werden. Nach ca. 3-4 Tagen sollte dann 1/3 des Wassers gewechselt werden und über Aktivkohlefilterung wird das Medikament entfernt. Die Temperatur wird langsam wieder den üblichen Werten angepasst.

Wichtig: Bei beiden Behandlungsmethoden ist das Becken unbedingt zusätzlich zu Belüften.

Allgemeiner Hinweis zum Abschluss:

Die erfolgreiche Behandlung der Krankheit ist die eine Sache. Das wichtigste ist jedoch die Ursachen des Ausbruches der Krankheit zu finden und abzustellen. Erst wenn die Ursachen bekämpft sind kann eine erfolgreiche weitere Pflege der Fische gewährleistet werden. Weiterhin sollte man die Fische im Anschluss sehr abwechslungsreich Ernähren. Hier sollte Eiweiß, Vitamine und Mineralien unbedingt enthalten sein. Weiterhin sollte die künftige Nahrung ballaststoffarm sein.

Nachtrag:

Seit kurzem ist ein neues Medikament der Firma "sera" auf dem Markt. Es klingt sehr vielversprechend.

Allgemeiner Zusatz:

Da ich keine medizinische Ausbildung habe und diese Ausführung auf Angaben in der Fachliteratur, Gesprächen mit erfahrenen Aquarianern und meinen eigenen Erfahrungen zusammengestellt wurden, übernehme ich keine Haftung für Schäden die durch Nachahmen der hier aufgeführten Tipps entstehen.

Dieser Beitrag ist ebenfalls in www.cichlidenwelt.de und im Aquarium-Forum nachzulesen.
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