In diesem Beitrag gehe ich gesondert auf die

"Wärmebehandlung"

ein

Parasitäre Erkrankungen sind bei unseren Zierfischen öfters zu beobachten und sind somit ein akutes Problem. Die meisten Erreger sind latent im Wasser enthalten und besiedeln somit auch unsere Fische. Hier können sie die Schleimhaut angreifen und sich in den inneren Organen festsetzten.

Zur Behandlung dieser Parasiten greifen viele Aquarianer auf die Wärmebehandlung zurück. Die Wärmebehandlung wird in den meisten Fällen mit der Salzbehandlung kombiniert angewendet. Die Verbindung von Salz und Temperatur ist ein sehr altes und bekanntes Thema in der Aquaristik.

Der Grundsatz:

Fische sind in der Natur ihrer Umgebung angepasst und halten ihre Körpertemperatur über die Umgebungswärme. Somit unterscheiden wir zwischen Kalt- und Wärmwasserfischen. Unsere Pfleglinge sind also „Wechselwarm“.

Nun eine Gegenfrage die ich in den Raum stellen möchte:

Wie reagiert ein Säugetier auf Krankheitserreger die das Immunsystem angreifen?
Es reagiert mit einer Anhebung der Körpertemperatur, also mit Fieber. Die Temperaturerhöhung der eigenen Körperwärme auf einen je nach Krankheit bestimmten Grenzwert.

Dieses Phänomen machen wir uns für die Tiere im Aquarium zu Nutze. Aber was bewirkt es?
Die Temperaturerhöhung im Aquarium bringt die wechselwarmen Fische in ein „künstliches“ Fieber. Das wiederum bewirkt, dass die Erreger abgetötet werden oder sie werden daran gehindert sich zu Vermehren. Weiterhin wird das Immunsystem des Tieres gestärkt, da das Tier vermehrt Abwehrstoffe produziert und somit dem Krankheitserreger schwächen und absterben lassen.

Wann sollte die Behandlung zur Anwendung kommen?

Die Wärmebehandlung kommt zum Einsatz bei folgenden Krankheiten:

1.Costia sp.: 32-33°C, ca. 5 Tage lang
2.Ichthyophthirius sp.: 30-32°C, ca. 15 Tage lang
3.Oodinium sp.: 34-35°C, ca. 1-3 Tage

Weiterhin wurden erfolgreich Darmflagellaten bei Diskusfischen behandelt. Diese Behandlung könnte auch bei anderen immunstarken Cichliden zum Erfolg führen. Darauf wird aber in einem gesonderten Beitrag zu Darmflagellaten eingegangen.

Wie sollte die Wärmebehandlung erfolgen?

Voraussetzung ist eine tägliche Kontrolle unserer Pfleglinge! Sollte es durch irgendwelche Umstände zu einem Ausbruch der jeweiligen Krankheit kommen, so sollte die Wärmebehandlung sofort begonnen werden.
Dabei sollte die Temperatur stündlich um 1°C auf die erforderliche Temperatur angehoben werden. Bei notwendigen Wasserwechseln ist auf temperiertes Neuwasser zu achten. So das die geforderte Temperatur nicht unterschritten wird. Der genannte Zeitraum bei den einzelnen erwähnten Krankheiten ist die Mindestdauer der Anwendung. Leicht Überschreitungen werden toleriert, do sollten die betroffenen Fische unter strenger Beobachtung bleiben.

Wie wieder zurück zum Alltag?

Wenn keine Krankheitsanzeichen oder Erreger mehr sichtbar sind und die Anwendungsdauer vollendet ist, kann zum Alltag zurückgekehrt werden. Dies sollte jedoch nicht schlagartig sondern schonend geschehen. Dabei wird bei einem Wasserwechsel (30%) nicht mehr so hoch temperiertes Neuwasser genommen. Gleichzeitig wird der Temperaturregler auf die gewünschte Umgebungstemperatur zurückgestellt. Somit kann das Wasser im Becken langsam wieder abkühlen.

Hinweis:

Die Wärmebehandlung ist eine alte Anwendungstechnik. Sie wird oft in Verbindung mit einer Salzbehandlung durchgeführt. Leider kann es sein das die Krankheit bereits fortgeschritten ist. Dann sollte man schnell entscheiden ob man die Wärmebehandlung noch durchführen kann oder ob der Einsatz von im Handel erhältlicher Medikamente sinnvoller wäre.

Allgemeiner Zusatz:

Da ich keine medizinische Ausbildung habe und diese Ausführung auf Angaben in der Fachliteratur, Gesprächen mit erfahrenen Aquarianern und meinen eigenen Erfahrungen zusammengestellt wurden, übernehme ich keine Haftung für Schäden die durch Nachahmen der hier aufgeführten Tipps entstehen.